WELTANSCHAUEN - einfach reisen zu Land und Leuten
Der ICE von Wien kommend hat 40 Minuten Verspätung. In Linz warten wir auf den Zug, weil zwei unserer Weltanschauen-Gruppe drinnen sitzen. In Passau warten nochmals zwei. Es geht sich aus. Am Bahnsteig in Passau finden wir einander, die 16 Frauen und Männer, um den Regionalzug nach Plattling und von dort nach Bayrisch-Eisenstein zu erreichen. Wir wollen das Grüne Band durch den Bayrischen Wald und den Böhmerwald bis Bad Leonfelden sieben Tage lang pilgernd begehen.
Vorige Woche machte sich wieder eine kleine Gruppe "Pilger:innen der Hoffnung" - genaugenommen sieben Pilgerinnen und zwei Pilger - auf den Weg. Diesmal ging es auf der Via Sacra von Heiligenkreuz nach Mariazell - und da die Via Sacra Teil der europäischen Pilgerroute Romea Strata ist, waren wir somit auch unterwegs "in Richtung Rom".
Am Mittwoch, 21. Mai starteten wir in Heiligenkreuz mit einer Führung mit Audioguide, konnten also ganz entspannt und in unserem eigenen Tempo die romanisch-gotische Stiftskirche und den Kreuzgang mit seinen Räumen besichtigen. Nach dem Pilgersegen, den uns Pater Stephan in der Kreuzkirche spendete, hörten wir noch das Mittagsgebet der Zisterziensermönche, das im Gregorianischen Choral gesunden wird. Die Mönche sind seit 2008 auch als die "singenden Mönche" bekannt: Damals gewannen sie einen Musikwettbewerb und waren in den europäischen Charts ganz weit vorne. Mittlerweile haben sie bereits vier CDs produziert, der Erlös wird großteils für Stipendien verwendet. In Heiligenkreuz befindet sich mit der theologisch-philosophischen Hochschule auch die größte Priesterausbildungsstätte im deutschsprachigen Raum.
Nachdem wir uns im Klostergasthof gestärkt hatten, ging es endlich los mit dem Pilgern. Von Maria Raisenmarkt wanderten wir über Holzschlag auf den Hafnerberg, wo die Wallfahrtskirche einen Besuch wert ist. Die Kirche ist mit Fresken des Barockmalers Ignas Mildorfer ausgeschmückt - und wir haben im Kuppelfresko sogar den Schutzpatron der Pilger:innen, den heiligen Jakobus entdeckt! Weiter ging es über bunt blühende Wiesen und durch Mischwälder nach Klein-Mariazell, ursprünglich zur Unterscheidung des damals im Herzogtum Steiermark liegenden "großen" Mariazell auch "Mariazell in Österreich" genannt.
Die letzten beiden Tage unserer Pilgertour standen im Zeichen von Begegnungen und Besichtigungen und wurden aufgrund der Schneelage in den Bergen mit dem Bus absolviert.
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Der Pilgertag vom Monte Serra hinunter, an den 400 Aquäduktbögen in die Stadt Luca hinein, schloss mit einer Begegnung und Besichtigung der Santa Giulia Kirche.
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Den heutigen Pilgertag starteten wir bei der Santa Julia Kirche in Calci wieder mit einer besonderen Begegnung, mit Marco vom Verein Santa Julia, der uns die historisch interessante Kirche und diesen Ort der Ruhe mit schönem Obstgarten und Pilgerherberge näher brachte. Nach dem Morgen-Impuls ging es stetig bergan durch Olivenhaine nach Montemagno, von wo wir den schiefen Turm von Pisa in der Ferne erkennen konnten.
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Am Sonntag machte sich eine Pilgergruppe von WELTANSCHAUEN mit dem Nachtzug auf den Weg in die Toskana. Ihr erstes Ziel war die Stadt Livorno, wo sie von den Initiatoren des Pilgerweges der heiligen Julia von Korsika empfangen wurden. Es gab interessante Infos zur Kirche und zum Leben der Heiligen und es wurden bei einem kleinen Imbiss die Pilgerpässe mit einem ersten Pilgerstempel ausgegeben. Nach einer Mittagspause folgte eine interessante Stadtführung mit Besichtigung des Venedigviertels.
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Gerlinde und Ferdinand Kaineder waren mit einer WELTANSCHAUEN Gruppe in Cornwall und schicken einige bildliche Eindrücke von der Insel sowie die Eckdaten hier in Kürze
23 Teilnehmer:innen
10 Tage unterwegs
Hin- und Rückreise ausschließlich mit Bahn (ÖBB, DB, Eurostar, Great Western Company).
Unterkunft in St. Ives im Cohort-Hostel ganz zentral, in St. Just im Commercial Hotel und in Penzance im Long Boat Inn.
Das Wetter war außergewöhlich schön, nie Regen.
Täglich wurde am South West Coast Path von 4 - 7 Stunden gewandert. Ein erster Abschnitt ausgehend von St. Just die Westküste hinunter bis Lands' End.
Das Foto zeigt uns am Cape Cornwall, von dem man geglaubt hat, dass es der westlichste Punkt von England ist. Nach einer Neuvermessung wurde es Lands End.
Christa Englinger und Lydia Neunhäuserer sind mit einer Pilgergruppe von 5. bis 13.April auf den Spuren von Antonius und Franziskus in Italien unterwegs und das ist sogar der lokalen Presse im "il Resto del Carlino" einen Bericht wert. Aber wie kam es dazu?
Zur Reise kann man sich hier anmelden: Weitgehen am grünen Band
Er ist als ökumenischer Pilgerweg zwischen dem Gründungskloster Volkenroda, heute ein evangelisches Kloster, und der Zisterzienserinnenabtei Waldsassen konzipert. Er führt auf weiten Strecken am berühmten Rennsteig, der zur Zeit des eisernen Vorhanges in der Sperrzone lag. Tausende Wanderer haben nach der Öffnung den Rennsteig als Freiheitsweg begangen. Der Weg kommt an Gedenkorten vorbei. In der wunderschönen Gegend trifft man auf unterschiedlichste Geologien und kleine Grenzdörfer, die in der Sperrzeit einen Stillstand erlebt haben. Wunderschöne spirituell geprägte Orte und Strecken warten auf den Pilger, die Pilgerin.
Im Frühling 2022 war Sabine Kronberger, Chefredakteurin der Zeitschrift Welt der Frauen mit einer Pilgergruppe von Weltanschauen von La Verna nach Assisi unterwegs und hat ihre Eindrücke und Erfahrungen in einem Pilgertagebuch festgehalten.
Und am 23. März 2023 geht es weiter. Eine Pilger:innengruppe wird mit dem Nachtzug nach Italien fahren und von Assisi am Franziskusweg nach Rom gehen.
Was bedeutet Pilgern für Sie?
Pilgern ist für mich Gehen. Das Leben kommt mir dabei in der Geschwindigkeit entgegen, in der ich es gut wahr- und annehmen kann. Gerade das Pilgern öffnet alle meine Sinne bis hinein in die spirituelle Dimension unseres Lebens, die heute - Gott sei Dank - wiederentdeckt wird. Die Natur, die Begegnungen am Weg, das Schweigen, die Gespräche und manche Schmerzen lassen neues Leben aufkeimen. Es wird im Gehen gelöst.